Sie haben eine Website – oder planen eine. Dann haben Sie sich sicher gefragt: Brauche ich wirklich ein Impressum? Muss ich einen Cookie-Banner einbauen? Was ist eigentlich DSGVO?
Hier sind die Antworten – klar, ohne Juristendeutsch.
Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen empfehlen wir einen Rechtsanwalt oder die Wirtschaftskammer Österreich (WKO).
Das Impressum: Pflicht für jede Unternehmenswebsite
In Österreich regeln das E-Commerce-Gesetz (ECG) und das Unternehmensgesetzbuch (UGB), was auf einer Unternehmenswebsite stehen muss. Die Regeln gelten für alle, die eine Website für geschäftliche Zwecke betreiben – also auch für Selbstständige und Einzelunternehmen.
Was muss im Impressum stehen?
- Vollständiger Name (bei Einzelunternehmen: Ihr bürgerlicher Name)
- Anschrift (kein Postfach – eine echte Adresse)
- Kontaktmöglichkeit (E-Mail-Adresse oder Telefonnummer)
- Rechtsform und Firmenbuchnummer (bei GmbH, OG, KG etc.)
- UID-Nummer (falls vorhanden und umsatzsteuerpflichtig)
- Zuständige Behörde (z.B. Magistratisches Bezirksamt Wien)
- Kammermitgliedschaft (falls zutreffend, z.B. WKO)
- Berufsbezeichnung und Berufsrecht (bei reglementierten Berufen wie Ärzten oder Rechtsanwälten)
Das Impressum muss von jeder Seite Ihrer Website erreichbar sein – üblicherweise über einen Link im Footer.
Was kostet ein fehlendes Impressum?
Abmahnungen durch Mitbewerber oder Abmahnanwälte können teuer werden. Bußgelder bis zu €2.000 sind möglich. Das lohnt sich nicht – ein Impressum ist in 15 Minuten erstellt.
Die Datenschutzerklärung: DSGVO in der Praxis
Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gilt seit 2018 in der gesamten EU – auch in Österreich. Sie legt fest, wie personenbezogene Daten erhoben, gespeichert und verarbeitet werden dürfen.
Wann brauchen Sie eine Datenschutzerklärung? Immer, wenn Ihre Website personenbezogene Daten verarbeitet. Das betrifft:
- Kontaktformulare (Name, E-Mail-Adresse)
- Google Analytics oder andere Tracking-Tools
- Social-Media-Buttons (Facebook, Instagram)
- Newsletter-Anmeldungen
- Buchungssysteme
Kurz: fast jede Unternehmenswebsite.
Was muss die Datenschutzerklärung enthalten?
- Wer ist für die Daten verantwortlich? (Name, Adresse)
- Welche Daten werden erhoben und warum?
- Wie lange werden Daten gespeichert?
- An wen werden Daten weitergegeben? (z.B. Google, E-Mail-Anbieter)
- Welche Rechte haben Nutzer? (Auskunft, Löschung, Widerspruch)
- Kontaktdaten des Verantwortlichen
Die Datenschutzerklärung muss – wie das Impressum – von jeder Seite erreichbar sein.
Cookie-Banner: Ja oder Nein?
Das ist die häufigste Frage. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.
Cookie-Banner sind nur dann erforderlich, wenn Sie nicht technisch notwendige Cookies einsetzen – also Tracking- und Marketing-Cookies wie Google Analytics, Facebook Pixel oder Werbenetze.
Technisch notwendige Cookies (z.B. für Login-Sessions oder Sicherheitsfunktionen) benötigen keine Einwilligung.
Wenn Ihre Website nur ein Kontaktformular hat und kein Tracking, brauchen Sie streng genommen keinen Cookie-Banner. Trotzdem empfehlen Datenschutzexperten einen, sobald Sie externe Dienste einbinden – besser auf der sicheren Seite.
Wichtig: Ein Cookie-Banner, der standardmäßig auf “Alle akzeptieren” gesetzt ist, ist illegal. Nutzer müssen aktiv zustimmen können.
Die Strafen – warum das ernst zu nehmen ist
Die österreichische Datenschutzbehörde (DSB) verhängt Bußgelder bei DSGVO-Verstößen. Die gesetzliche Skala ist weit:
- Kleinere Verstöße: bis zu €10 Millionen oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes
- Schwere Verstöße: bis zu €20 Millionen oder 4 % des Jahresumsatzes
In der Praxis sind die Strafen für kleine Unternehmen deutlich geringer – aber Abmahnungen durch Mitbewerber und Anwälte sind in Österreich eine Realität.
Checkliste: Ist Ihre Website legal?
- Impressum vorhanden und vollständig (Name, Adresse, E-Mail, UID)
- Impressum von jeder Seite erreichbar (Footer-Link)
- Datenschutzerklärung vorhanden
- Datenschutzerklärung listet alle eingesetzten Tools (Analytics, Formulare)
- Cookie-Banner, wenn Tracking-Cookies eingesetzt werden
- Keine vorausgewählten “Zustimmen”-Checkboxen
- HTTPS – die gesamte Website wird verschlüsselt übertragen
- Kontaktformular-Daten nur so lange gespeichert wie nötig
Das Fazit
DSGVO und Impressum klingen kompliziert – sind es aber nicht, wenn Sie wissen, was gefragt ist. Die wichtigsten Punkte lassen sich in einer Stunde erledigen.
Das Risiko, es zu ignorieren, ist real: Abmahnungen, Bußgelder und – noch schädlicher – Vertrauensverlust bei Kunden, die sehen, dass Ihre Website nicht rechtskonform ist.
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